
Willkommen daheim in der Barbary Lane! - Ich bin - leider oder zum Glück? - erst spät auf diese Juwelen von Maupin gestoßen, finde sie aber auch 30 Jahre nach dem Ende der Hippie-Ära noch sehr überzeugend!Alle Figuren sind mit viel Liebe gezeichnet, so dass man sie schnell ins herz schließt - die naive Mary-Ann, die mysteriöse Mrs Singleton, den lieben und etwas doofen Mike, die sprunghafte Mona, die neurotische Deedee etc. Am liebsten würde man schon bald dort einziehen, denn so eine tolerante und herzensgute WG dürfte selten sein.Die Figuren sind zwar teilweise schräg und schrill, aber immer sympathisch und glaubwürdig. Im Gegensatz zu heutigen Soaps oder Serien, mit denen die Stadtgeschichten ja oft verglichen werden, geht es hier wesentlich sanfter und tiefsinniger zu: Kein Holzhammerhumor, keine Hysterie, wenige heftige Szenen, kein Fließbandsex.Hier findet man den ganz seltenen Glücksfall von leichter Unterhaltungsliteratur, die dennoch Tiefgang hat und uns das Leben in all seinen bittersüssen Facetten erzählt. Wunderbar!
Die Jagd nach dem Stück vom Glück geht weiter.... - Das Kommen und Gehen im San Francisco der Siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts setzt sich auch im zweiten Band munter fort - geplaudert wird in diesem Teil jedoch nicht nur aus dem Nähkästchen der bereits bekannten Hausgemeinschaft dieser heimeligen Barbary Lane 28 - die Handlung der Fortsetzung beschränkt sich nämlich nicht nur auf die Stadt am Golden Gate allein - Maupin nimmt den Leser vielmehr mit an weitere interessante Orte - so z.B. auf ein Kreuzfahrtschiff, welches in Richtung Mexiko unterwegs ist, er verfrachtet den Leser auf die Sitzbank eines Überlandbusses, lüftet manches Geheimnis, hat den ein oder anderen Schocker zur Hand, er erteilt Einblick in den Alltag eines Bordellbetriebes, gelegen in der Wüste Nevadas und sorgt mehr als einmal dafür, dass man als Leser von seiner Umwelt komisch beäugt wird, weil man schmunzelnd und lachend über diesem Buch hängt, ohne Notiz von den Geschehnissen um sich herum zu nehmen....Maupin führt hier neue Personen ein, serviert (leider!) einen unliebsamen Zeitgenossen aus Band 1 unerwartet überraschend ab und schafft es wieder einmal mehr, den Leser nicht nur bei der Stange zu halten, sondern einem den Eindruck der Mitwisserschaft zu vermitteln, eben dass sich die Dinge alle tatsächlich genau so zugetragen haben müssen - nicht nur in San Francisco - im Jahr 1977.... Freue mich schon heut auf Band 3 - bin jetzt schon extrem gespannt, welche Figur wohl als nächstes aussortiert, beurlaubt, bzw. neu eingefügt wird???
Betrachten Sie diese Rezension unbedingt als Warnhinweis ! ,-) - Ein buntes Häufchen interessanter bis komischer Typen lebt unter dem Dachder canabiszüchtenden und exzentrischen Anna Madrigal - und genau um dieMitglieder dieser Hausgemeinschaft geht es in der Hauptsache - Band 1dient zur Vorstellung der einzelnen Charaktere ...Anna Madrigal - geheimnisvolle Vermieterin und ausgesprochen gute Seele der Barbary Lane 28Mona Ramsey - ganz der Hippie mit bisexueller NeigungMichael Tolliver - schwul, sympathisch und unglücklich verliebtBrian Hawkins - immer auf der Jagd nach der nächsten FrauMary Ann Singleton - Neuzugang in San Francisco - Typ unbeholfenes Landeiin der fremden GroßstadtDie Handlung ist in den siebziger Jahren des letzten Jahrhundertsangesiedelt - erzählt wird durchgängig in der dritten Person - der Autorbeendet jedes der kurzen Kapitel so geschickt, dass man unbedingt wissen MUSS, wie sich die Dinge für die einzelnen Personen entwickeln... Sie waren bereits in San Francisco und möchten unbedingt vermeiden, Salz in die seither klaffende Fernwehwunde zu streuen?Sie hatten schon lange keinen Streit mehr mit Ihrem Partner, wegen der zur späten Stunde immer noch brennenden Nachttischlampe?Sie sind absolut kein Freund von Buchserien, würden auch ganz sicher nie im Leben mit einer solchen Reihe Ihre kostbare und knappe Zeitverbringen?O.k. - Sie sollten die Finger von diesen Stadtgeschichten lassen, denndieser erste Band ist absolut geeignet, eine Phase in Ihrem Lebeneinzuläuten, in der Sie an der Seite der Schlüsselcharaktere aus Ihremgewohnten Alltag verschwinden werden - und das schon zur Frühstückszeit -für mindestens zwei Kapitel, versprochen!
Ein Kultbuch ersten Ranges - Was als Kolumne im San Francisco Chronicle begann, wurde ein Kultbuch für die gay community, erst in den USA und dann im Rest der Welt. Der Anfang fällt vielleicht ein wenig schwer, bis man sich erst mit all den Charaktären vertraut gemacht hat. Aber dann sind es witzige und anrührende Geschichten aus dem Alltag dieser Menschen. Aus dem Leben gegriffen und dabei so herrlich realistisch, wie es nur das Leben schreiben kann.Das ist der erste von sechs Bänden und der letzte Band (Schluss mit lustig) ist wohl der bekannteste. Man bekommt im ersten Band noch einmal einen bunten Eindruck von den wilden 1980ern im Schwulen-Mekka San Franciso. Mit all den bekannten Problemen wie Sexabenteuern, Beziehungsdramen, neuen und alten Freundschaften, Alltagsproblemen einer Minderheit im damals noch prüden und bigotten Amerika ist dieses Buch ein lustiger Zeitvertreib. Nicht nur für gays geschrieben, aber die finden sich am ehesten darin wieder. Angenehm in Kapitel unterteilt, liebevolle Detailbeschreibungen der handelnden Charaktäre, witzig die Dialoge, ideenreich die Handlung. Uneingeschränkt lesenswert.
Sitcom im Buch ^^ - Zugegeben hab ich den ersten Band der Stadtgeschichten durch Zufall in die Hände bekommmen. einmal gelesen musste ich jedoch auch die 5 folgenden Bänder davon natürlich haben, die jetzt allesamt schön aufgereiht in meinem Bücherregal stehen.Es geht im Prinzip um ein Haus in San Francisco und ihre Bewohner, allen vorran Anna Madrigal die Vermieterin. Alle Personen sind äußerst liebenswürig (ok, fast alle) und man verliebt sich sofort in die Stadt und ihre Bewohner. Die Geschichten sind teils lustig und auch rührend. Das verrückte ist meistens einfach nur die Verknüpung der Charaktere und wie sie einander kennen lernen. zugegeben ist es manchmal etwas verwirrend zu meistern wer wer ist aber das passiert meistens nur bei den eher unbedeutenden Charakteren. Allgemein ist das Buch herrlich amüsant und unterhaltsam. Es bietet zwar keine action geladene Spannung und wilde Verfolgungsjagden aber es spricht einfach für sich, man muss es gelesen haben.